Der Komodo-Nationalpark liegt zwischen den Inseln Sumbawa und Flores in der Provinz Ostnusatenggara. Er wurde 1980 gegründet, seit 1991 ist er UNESCO-Welterbe. Von den 1.733 Quadratkilometern Parkfläche sind rund 60 Prozent Meer. Ausgangspunkt für Tagesboote und Tauchsafaris ist Labuan Bajo auf Flores.
Komodo ist ein Strömungsrevier. Die Gezeiten pressen das Wasser durch enge Passagen zwischen Pazifik und Indischem Ozean, Pinnacles und Kanäle sind voller Fische. Dazu kommt ein Temperaturunterschied. Im Norden und in der Mitte des Parks ist das Wasser warm, im Süden deutlich kälter.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Lage | Komodo-Nationalpark, Ostnusatenggara (Indonesien), Basis Labuan Bajo auf Flores |
| Anreise | Tagesboote oder Tauchsafaris ab Labuan Bajo |
| Beste Zeit | April bis November, ruhigste See und beste Sicht. Von Dezember bis März ist die See rauer, die Sicht schlechter, einige Plätze sind nicht erreichbar |
| Wassertemperatur | Norden und Mitte etwa 27 bis 28 °C, im Süden bis etwa 20 °C |
| Strömung | mittel bis extrem stark |
| Niveau | Advanced-Niveau, Safariveranstalter verlangen teils rund 50 Tauchgänge |
| Anzug | Norden und Mitte Shorty bis 3 mm, Süden 5 mm mit Haube |
| Mantas | ganzjährig, am häufigsten von April bis November |
| Parkregeln | staatliche Gebühr, seit 1. April 2026 höchstens 1.000 Besucher pro Tag |
Im Süden des Parks ist das Wasser deutlich kälter als im Norden
Im Norden und in der Mitte des Parks liegt die Wassertemperatur im Mittel bei etwa 27 bis 28 °C. Im Süden kann sie von 28 auf rund 20 °C fallen, weil kühles Tiefenwasser aus dem Indischen Ozean aufsteigt. Die Richtwerttabelle sieht bei 27 bis 29 °C einen Shorty bis dünnen Ganzanzug vor, bei 19 bis 22 °C einen 5-mm-Anzug. Für den Süden empfiehlt ein Safariveranstalter 5 mm mit Haube.
Wer auf einer Safari drei bis vier Tauchgänge am Tag macht, nimmt besser den wärmeren Anzug mit. Kälteempfindliche Taucher gehen eine Stufe wärmer. Mehr zum Material steht unter Neoprenanzug.
Batu Bolong wird auf der geschützten Seite des Felsens betaucht
Batu Bolong ist ein kleiner Felsen in der Meerenge zwischen Komodo und Tatawa. Das Wasser wird hier durch die Passage gepresst, die Strömung ist stark und kann über den Gipfel laufen. Getaucht wird deshalb bei Stillwasser und auf der geschützten Seite. Zu sehen sind Fahnenbarsche, Makrelen, Schnapper, Weißspitzen-Riffhaie und Schildkröten. Für Anfänger ist der Platz nicht geeignet.
Was ein Kenterpunkt ist und warum er die Planung bestimmt, steht im Lexikon. Strömung und Haie im Roten Meer beschreibt der Beitrag zum Elphinstone Riff.
Castle Rock und Crystal Rock liegen im Norden bei Gili Lawa Laut
Castle Rock ist ein untergetauchter Felsberg im Norden des Parks, nahe Gili Lawa Laut. Die Kuppe liegt etwa 5 Meter unter der Oberfläche. Die Strömung ist stark, deshalb haken sich Taucher an der Kante ein oder suchen Schutz hinter dem Pinnacle. Zu sehen sind Graue Riffhaie, Weißspitzen-Riffhaie, Riesenmakrelen und dichte Schwärme von Doktorfischen, Einhornfischen und Wimpelfischen.
Crystal Rock liegt nur eine kurze Strecke von Castle Rock entfernt. Der Pinnacle reicht bis knapp unter die Oberfläche, dazu kommen Haie, Barrakudas, Füsiliere sowie Hart- und Weichkorallen. Ein Riffhaken wird nur auf Anweisung des Guides eingesetzt und nur an totem Fels, nie an lebender Koralle.
Am Cauldron entscheidet der Gezeitenstand über Strömung und Tierwelt
Der Cauldron, auch Shotgun genannt, ist ein Kanal zwischen Gili Lawa Laut und Gili Lawa Darat. Der Tauchgang beginnt in einer schüsselförmigen Senke, in der sich Mantas und Riffhaie versammeln. Dann schiebt die Strömung die Taucher durch den engen Kanal. Der richtige Zeitpunkt entscheidet, ob der Tauchgang gelingt, und wird vom Guide nach der Tidentabelle gewählt. Zu sehen sind Riesenmakrelen, Riffhaie, Napoleon-Lippfische und gelegentlich Mantas.
Mantas gibt es im Zentrum und im Süden des Parks
Manta Point, auch Karang Makassar genannt, ist ein langer Sandrücken im Zentrum des Parks. Die Drift ist sanft, Riffmantas kommen zu den Putzerstationen. Der Platz ist für die meisten Taucher mit Brevet zugänglich, dichtes Plankton kann die Sicht verringern. Manta Alley liegt vor der Südküste in felsigen Kanälen. Hier ist das Wasser kälter und es steht Schwell, deshalb eignet sich der Platz für Taucher, die sich in bewegtem Wasser wohlfühlen. Eine Putzerstation liegt an der Westseite.
Mantas sind in Komodo das ganze Jahr zu sehen, am häufigsten von April bis November, wenn die Strömungen Plankton heranführen. Wie man den Tieren begegnet, beschreibt der Beitrag Mantarochen – Begegnung der Magie.
Komodo verlangt Erfahrung, Planung und eine Signalboje
Ein Safariveranstalter stuft seine Komodo-Tour als anspruchsvoll ein. Verlangt werden Deep-Diver- oder Advanced-Open-Water-Brevet beziehungsweise Gleichwertiges und rund 50 geloggte Tauchgänge. Viele Tauchgänge liegen tiefer als 18 Meter, die Strömung reicht von mittel bis extrem stark. Der Tauchleiter kann Taucher bitten, einen Tauchgang auszulassen, wenn er nicht zu ihrer Erfahrung passt.
Zur Ausrüstung gehören eine ausfahrbare Signalboje, eine Pfeife und je nach Veranstalter ein Notsignalgerät. Die Hinweise stehen im Beitrag zu den Signalmitteln beim Tauchen. Wer Strömung erst kennenlernen will, beginnt mit dem Beitrag zum ersten Strömungstauchgang oder mit den Plätzen im Süd-Malé-Atoll.
Der Park erhebt Gebühren und begrenzt die Besucherzahl
Der Nationalpark wird von der Parkbehörde Balai Taman Nasional Komodo verwaltet. Die Eintrittsabgaben sind staatliche Einnahmen und wurden mehrfach geändert. Seit dem 30. Oktober 2024 gilt die Regierungsverordnung Nr. 36 von 2024, die die frühere Verordnung Nr. 12 von 2014 ersetzt. Für das Tauchen wird eine eigene Abgabe je Aktivität erhoben. Seit dem 1. April 2026 hat die Parkbehörde zudem eine Obergrenze von 1.000 Besuchern pro Tag festgelegt, die nach Angaben von Veranstaltern auch Taucher einschließt.
Die Veranstalter legen die Gebühren meist vor, die Gäste erstatten sie vor Ort, oft in Rupiah bar. Der aktuelle Betrag steht in der Buchungsbestätigung des Veranstalters.
Die Tauchsafari ist die beste Wahl für die entlegenen Plätze
Tagesboote ab Labuan Bajo sind möglich. Eine Safari spart lange Transfers und erlaubt es, die Plätze zur passenden Gezeit anzufahren. Weitere Reviere in Indonesien beschreiben die Beiträge zu Raja Ampat, Nusa Penida und zur USAT Liberty in Tulamben. Eine Übersicht bietet die Seite zum Tauchen in Indonesien.
Häufige Fragen zum Tauchen im Komodo-Nationalpark
Ist der Komodo-Nationalpark für Tauchanfänger geeignet?
Nur eingeschränkt. Die Strömungen sind stark, viele Tauchgänge liegen tiefer als 18 Meter. Safariveranstalter verlangen ein Advanced-Brevet und rund 50 Tauchgänge. Der Manta Point im Zentrum gilt dagegen als für die meisten Taucher mit Brevet zugänglich.
Wofür wird im Komodo-Nationalpark ein Riffhaken genutzt?
An Plätzen wie Castle Rock haken sich Taucher an der Strömungskante in toten Fels ein, wenn der Guide es vorgibt. So bleiben sie ohne Flossenarbeit an Ort und Stelle und können die Haie beobachten.
Welche Wassertemperaturen herrschen in Komodo?
Im Norden und in der Mitte liegen sie im Mittel bei etwa 27 bis 28 °C. Im Süden kann das Wasser von 28 auf rund 20 °C fallen, dort ist ein 5-mm-Anzug mit Haube üblich.
Wann ist die beste Reisezeit für Komodo?
Die Trockenzeit von April bis November bringt die ruhigste See und die beste Sicht. Von Dezember bis März ist die See rauer und die Sicht schlechter, einige Plätze sind dann nicht erreichbar.
Quellen und weiterführende Links
- Wikipedia – Komodo-Nationalpark – Gründung 1980, Welterbe 1991, Fläche, Meeresanteil und Strömungen
- Dive Tribe Komodo – die wichtigsten Tauchplätze – Lage, Strömung und Tierwelt von Batu Bolong, Castle Rock, Crystal Rock, Cauldron, Manta Point und Manta Alley
- Emperor Divers – Komodo-Safari – Wassertemperatur Nord und Süd, Anzug, Voraussetzungen, Castle Rock und Cauldron
- Komodo Explorer – Reiseführer 2026 – Trockenzeit von April bis November, Mantas ganzjährig
- Antara – Besucherobergrenze im Komodo-Nationalpark 2026 – Grenze von 1.000 Besuchern pro Tag seit dem 1. April 2026, festgelegt von der Parkbehörde BTNK
- Antara Kupang – neue Tarife im Komodo-Nationalpark 2024 – Regierungsverordnung Nr. 36 von 2024 gilt seit dem 30. Oktober 2024
- Zublu – neue Besucherregeln im Komodo-Nationalpark 2026 – Vorauszahlung der Gebühren durch Veranstalter und Erstattung vor Ort
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