Tauchen auf Nusa Penida (Bali) – Manta Point, Crystal Bay und die Mondfisch-Saison

Nusa Penida liegt vor der Südostküste Balis und gehört zu den anspruchsvolleren Tauchrevieren der Region. Zwei Plätze machen sie bekannt. Am Manta Point an der Südküste sind Mantas nach den Angaben von nusapenida.org das ganze Jahr über zu sehen. An der Crystal Bay im Westen tauchen von Juli bis Oktober Mondfische auf, wenn das Wasser kälter wird.

Nusa Penida verlangt Erfahrung. Die Strömungen können kräftig sein und wechseln schnell, in der Mondfisch-Saison fällt die Temperatur an der Sprungschicht deutlich. Wer hier taucht, braucht einen passenden Anzug, eine Signalboje und einen Guide, der den Platz kennt.

Merkmal Angabe
Lage Insel Nusa Penida, Südostküste von Bali (Indonesien)
Anreise Schnellboot ab Sanur, etwa 35 bis 45 Minuten
Manta Point Putzerstation in etwa 10 bis 12 m Tiefe, Mantas das ganze Jahr
Crystal Bay Mondfische meist in 20 bis 40 m Tiefe, selten flacher bis etwa 5 m
Mondfisch-Saison Juli bis Oktober
Wassertemperatur an der Oberfläche etwa 26 bis 28 °C, in der Mondfisch-Saison an der Sprungschicht etwa 16 bis 22 °C
Strömung oft stark und wechselhaft, auch Abwärtsströmungen, an der Crystal Bay mitunter heftig
Niveau Manta Point mit Begleitung auch für Einsteiger, Mondfische setzen Tieftauch-Erfahrung voraus
Anzug außerhalb der Mondfisch-Saison 3 mm, in der Saison 5 mm, bei Kälteempfindlichkeit mit Haube

Am Manta Point sind Mantas das ganze Jahr über zu sehen

Die Putzerstation am Manta Point liegt in rund 10 bis 12 Metern Tiefe. Deshalb können hier auch Taucher mit Grundbrevet unter Aufsicht eines Guides mitkommen. Die Tiere kommen zum Putzen an den Platz und kreisen dort oft minutenlang. Die Südküste ist dem offenen Ozean ausgesetzt, Strömung und Schwell können sich rasch ändern. Wer den Platz anfährt, richtet sich nach den Vorgaben des Guides und hält Abstand zu den Tieren.

Mehr über die Tiere steht im Lexikon unter Mantarochen. Eine Garantie gibt es nicht, denn Sicht und Anfahrt hängen vom Wetter ab.

Mondfische kommen von Juli bis Oktober mit dem kalten Tiefenwasser

Zwischen Juli und Oktober wird das Wasser rund um Nusa Penida kälter, in dieser Zeit steigen Mondfische an die Putzerstationen auf. Die Chance auf eine Begegnung liegt nach den Angaben von nusapenida.org bei etwa einem von zehn Tauchgängen, an einem Tag mit drei Tauchgängen bei guten Bedingungen eher bei einem von dreien. Es empfiehlt sich deshalb, mindestens zwei bis drei Tauchtage einzuplanen.

Die Fische bei Nusa Penida gehören nach neueren genetischen Untersuchungen zu Mola alexandrini, der Südlichen Mondfisch-Art, auch wenn Taucher meist von Mola mola sprechen. Die Art kann gut drei Meter lang und über zwei Tonnen schwer werden. Die Tiere werden meist in 20 bis 40 Metern Tiefe angetroffen, vereinzelt auch bei etwa 5 Metern.

Die Crystal Bay ist der verlässlichste Platz

Die Crystal Bay gilt als der verlässlichste Platz, besonders die zweite Ecke, die vor der Strömung geschützt ist. Die Strömung der Bucht kann stark sein. Weitere Mondfisch-Plätze sind die Gamat Bay, wo einmal 14 Tiere an einem Tauchgang gezählt wurden, und die Nordküstenplätze SD Point, Ped und Sental. Toyapakeh hat starke Strömungen und ist nur mit einem ortskundigen Guide zu empfehlen. Blue Corner und Ceningan Wall sind tiefe Tauchgänge für erfahrene Taucher.

Mit dem Mondfisch gilt Abstand und Geduld

Die Guides raten, hinter und über dem Guide zu bleiben und den Fisch das Tempo bestimmen zu lassen. Man schwimmt nicht direkt auf ihn zu. Nähern darf man sich nur langsam und tief, solange er geputzt wird. Berühren ist tabu.

Kaltes Wasser und die Sprungschicht verlangen den richtigen Anzug

Auf Nusa Penida beträgt die Oberflächentemperatur etwa 26 bis 28 °C. In der Mondfisch-Saison kann sie an der Thermokline in kurzer Zeit auf unter 20 °C fallen, bei einem Tauchgang war es ein Sprung von rund 26 auf knapp 20 °C. Insgesamt liegen die Werte zwischen etwa 16 und 22 °C. Die Basen empfehlen in dieser Zeit einen 5-mm-Anzug mit Haube oder einen 3-mm-Anzug mit zusätzlichem Shorty.

Die Richtwerttabelle nennt für 19 bis 22 °C einen 5-mm-Ganzanzug und für 10 bis 18 °C einen 7-mm-Anzug oder einen Halbtrockenanzug. Kälteempfindliche Taucher gehen eine Stufe wärmer. Außerhalb der Saison reicht bei 26 bis 28 °C ein 3-mm-Anzug oder ein Shorty. Mehr zum Material steht unter Neoprenanzug.

Bei einer Abwärtsströmung gilt ruhig bleiben und seitlich wegschwimmen

Die Strömungen um Nusa Penida können stark sein und sich schnell ändern, auch Abwärtsströmungen kommen vor. Wer in eine solche Strömung gerät, geht nach den Hinweisen von Scubadiverlife so vor.

  • Ruhe bewahren und früh reagieren, bevor der Abstieg weit geht.
  • Horizontal quer zur Strömung von der Wand wegschwimmen und nicht nach oben gegen die Strömung anschwimmen, denn Abwärtsströmungen sind meist schmal.
  • Zusätzliche Luft im Jacket bremst den Abstieg, muss aber nach dem Verlassen der Strömung sofort wieder abgelassen werden.
  • Blei abzuwerfen ist die letzte Möglichkeit, weil es zu einem schnellen Aufstieg führen kann.
  • Den Tauchcomputer im Blick behalten, nach dem Austritt aus der Strömung kontrolliert aufsteigen und einen Sicherheitsstopp machen.
  • Eine ausfahrbare Oberflächenboje mitführen, damit das Boot den Taucher findet.

Wie man die Boje richtig einsetzt, erklärt der Beitrag zu den Signalmitteln beim Tauchen. Mit kräftiger Strömung wird auch im Süd-Malé-Atoll getaucht, den Beitrag dazu gibt es unter Guraidhoo Kandu und Kandooma Thila.

Die Anreise erfolgt per Schnellboot ab Sanur

Von Sanur auf Bali braucht das Schnellboot etwa 35 bis 45 Minuten bis Nusa Penida. Tagesausflüge ab Bali sind möglich, wer mehr Tauchtage plant, übernachtet auf Nusa Penida oder auf der Nachbarinsel Nusa Lembongan. Wer die Nordostküste Balis besucht, findet dort die USAT Liberty in Tulamben. Weiter im Osten liegt der Komodo-Nationalpark. Klima und Reisemonate für Bali stehen im Beitrag zur besten Reisezeit für Bali, weitere Reviere unter Tauchen in Indonesien.

Häufige Fragen zum Tauchen auf Nusa Penida

Wann ist die beste Zeit für Mondfische an der Crystal Bay?

Die Saison läuft von Juli bis Oktober. In dieser Zeit steigt kaltes Tiefenwasser auf, und die Mondfische kommen an die Putzerstationen. Die Chance liegt bei etwa einem von zehn Tauchgängen, deshalb sollten zwei bis drei Tauchtage eingeplant werden.

Sind am Manta Point das ganze Jahr Mantas zu sehen?

Ja, nach den Angaben von nusapenida.org sind Mantas am Manta Point das ganze Jahr zu sehen. Eine Garantie gibt es nicht, denn Wetter und See entscheiden, ob die Südküste angefahren werden kann.

Warum ist das Wasser in der Mondfisch-Saison so kalt?

In der Saison steigt kaltes Tiefenwasser auf. An der Sprungschicht sinkt die Temperatur deutlich, bei einem Tauchgang von etwa 26 auf knapp 20 °C. Insgesamt liegen die Werte in dieser Zeit zwischen etwa 16 und 22 °C.

Was tun bei einer Abwärtsströmung?

Ruhe bewahren, horizontal quer zur Strömung von der Wand wegschwimmen und nicht nach oben anschwimmen. Zusätzliche Luft im Jacket bremst den Abstieg und muss danach abgelassen werden. Blei wird nur im äußersten Notfall abgeworfen. Danach kontrolliert aufsteigen und einen Sicherheitsstopp machen.

Quellen und weiterführende Links

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert