Die USAT Liberty liegt an der Nordostküste Balis vor dem Strand von Tulamben, rund 40 Meter vom Ufer entfernt auf einem Sandhang. Das Wrack ist etwa 125 Meter lang und reicht von rund 5 bis in etwa 30 Meter Tiefe. Wer am Kiesstrand ins Wasser geht, erreicht es nach wenigen Flossenschlägen, ein Boot ist nicht nötig. Das macht die Liberty zu einem der beliebtesten Tauchplätze Balis.
Das Schiff wurde 1942 torpediert, strandete bei Tulamben und rutschte 1963 beim Ausbruch des Gunung Agung ins Meer. Heute ist es dicht mit Korallen bewachsen. Berühmt ist der Platz für die Büffelkopf-Papageifische, die nachts im Wrack schlafen und bei Sonnenaufgang zum Fressen ausziehen.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Lage | Tulamben, Nordostküste von Bali (Indonesien) |
| Einstieg | Strandeinstieg über Kies, das Wrack liegt rund 40 m vor dem Ufer |
| Tiefe | etwa 5 bis 30 m |
| Länge des Wracks | rund 125 m |
| Sicht | etwa 10 bis 25 m |
| Wassertemperatur | etwa 25 bis 28 °C |
| Beste Zeit | September bis November, in manchen Jahren bis Dezember. Von Juni bis August ist das Wasser kühler |
| Niveau | Einsteiger sind im oberen Bereich gut aufgehoben, für größere Tiefen entscheidet die Freigabe der Basis |
| Anzug | Shorty bis 3-mm-Ganzanzug, nach der Richtwerttabelle für 25 bis 28 °C |
Die Liberty wurde 1942 torpediert und 1963 vom Agung ins Meer gerückt
Die Liberty lief 1918 bei der Federal Shipbuilding Company in Kearny, New Jersey, vom Stapel und fuhr später als Transporter der US-Armee. Am 11. Januar 1942 traf sie ein Torpedo des japanischen U-Boots I-66, das später I-166 hieß, etwa zehn Seemeilen südwestlich der Lombokstraße. An Bord waren Eisenbahnmaterial und Gummi auf dem Weg von Australien auf die Philippinen.
Die Zerstörer USS Paul Jones und HNLMS Van Ghent nahmen das Schiff in Schlepp, doch es lief zu voll Wasser. Man setzte es bei Tulamben auf den Strand, um Ladung und Ausrüstung zu bergen. Mehr als zwei Jahrzehnte lag das Wrack an Land. Erst die Erschütterungen beim Ausbruch des Gunung Agung 1963 ließen es ins Wasser rutschen, wo es heute auf dem Sandhang liegt.
Das Wrack bietet vom Flachwasser bis auf 30 Meter alles in einem Tauchgang
Der flachste Teil liegt bei rund 5 Metern, der tiefste bei etwa 30 Metern. Auf dem Weg dazwischen sieht man das Geschütz am Bug, den Ladebaum und einen teilweise eingestürzten Laderaum, durch den viel Licht fällt. Kanonen und Schienenprofile sind von Korallen überzogen, an den Spanten sitzen Schwämme und Fächergorgonien.
Wer in geschlossene Bereiche eindringen will, braucht dafür eine Wrackausbildung. Die offenen Partien lassen sich ohne Überkopfumgebung betauchen. Feiner Sand und Rost lassen sich leicht aufwirbeln, deshalb entscheiden Tarierung und Flossenschlag über die Sicht. Die Grundlagen stehen im Lexikon unter Wracktauchen. Ein Wrack mit ganz anderen Bedingungen, nämlich mit Strömung und Frachtladung, ist die Thistlegorm im Roten Meer.
Die Büffelkopf-Papageifische schlafen im Wrack und ziehen bei Sonnenaufgang los
Die Büffelkopf-Papageifische (Bolbometopon muricatum) verbringen die Nacht im Schutz des Wracks. Bei Sonnenaufgang verlassen sie es und grasen über dem Riff Korallen ab. Ein Reisebericht zählte bei Sonnenaufgang 43 Tiere an der Korallenkante in 11 Metern Tiefe und hielt den Zeitpunkt um halb sieben schon für zu spät. Die Fische werden bis etwa 130 Zentimeter lang und bis zu 46 Kilogramm schwer. Die Rote Liste der IUCN stuft die Art in der Bewertung von 2024 als gefährdet ein.
Wer die Tiere sehen will, taucht deshalb möglichst früh. Der Reiseveranstalter Zublu empfiehlt, vor Ort zu übernachten und den ersten Tauchgang bei Tagesanbruch zu machen. So vermeidet man auch die Tagesausflügler. Bei einem Nachttauchgang schlief ein Tier unter einem Überhang, außerdem zeigen sich dann Garnelen und Krabben.
Der Einstieg erfolgt über den Kiesstrand, einheimische Träger tragen die Ausrüstung
Der Strand besteht aus dunklem Lavakies. Bei ruhiger See geht es problemlos ins Wasser, bei Brandung braucht es feste Neoprenschuhe mit Sohle und einen aufmerksamen Partner. Die Flossen zieht man erst im tieferen Wasser an. In Tulamben tragen einheimische Träger die Ausrüstung gegen Bezahlung zum Einstieg, was zugleich die Dorfgemeinschaft unterstützt.
Am Strand gibt es nur wenige Einrichtungen. Die Basen organisieren Flaschen, Blei und Transport. Nach einem Reisebericht wird am Wrack von sieben Uhr morgens bis zehn Uhr abends getaucht, in der Hauptsaison herrscht entsprechend viel Betrieb.
Sicht und Wassertemperatur schwanken mit der Jahreszeit
Die Strömung am Wrack ist in der Regel gering. Die Sicht liegt nach den Angaben von Zublu bei etwa 10 bis 25 Metern, das Wasser ist 25 bis 28 °C warm. Von Juni bis August ist das Wasser kühler, zu Jahresbeginn ist die See oft rauer. Am besten ist die Zeit von September bis November. Das Klima der Insel beschreibt der Beitrag zur besten Reisezeit für Bali.
Beim Anzug gilt die Richtwerttabelle. Bei 27 bis 28 °C reichen ein Shorty oder ein dünner Ganzanzug, bei 25 bis 26 °C ist ein 3-mm-Ganzanzug passend. Kälteempfindliche Taucher nehmen eine Stufe mehr, vor allem bei mehreren Tauchgängen am Tag. Das Neopren wärmt durch die Gasbläschen im Material, mehr dazu steht unter Neoprenanzug.
Coral Garden und Drop-off liegen gleich neben dem Wrack
Neben der Liberty liegt der Coral Garden, ein Riffbereich in rund 4 bis 25 Metern Tiefe. Der Tulamben Drop-off ist eine steile Wand mit großen Schwämmen und Fächergorgonien. Ein Bericht nennt Zwergseepferdchen (Hippocampus bargibanti) an einer Gorgonie in etwa 34 Metern Tiefe, dort ist die Grundzeit knapp.
Wer Bali als Tauchziel plant, kombiniert die Nordostküste meist mit den Plätzen vor Nusa Penida. Der Beitrag zu Nusa Penida mit Manta Point und Crystal Bay beschreibt sie. Weiter östlich folgt der Komodo-Nationalpark, in den Osten Indonesiens führt Raja Ampat. Eine Übersicht bietet die Seite zum Tauchen in Indonesien.
Häufige Fragen zur USAT Liberty
Ist die USAT Liberty für Anfänger geeignet?
Ja, im oberen Bereich. Das Wrack beginnt bei etwa 5 Metern, und Zublu stuft den Platz für Anfänger und darüber ein. Für die tieferen Partien bis etwa 30 Metern entscheidet die Tiefenfreigabe, die je nach Verband und Basis unterschiedlich ist. In geschlossene Räume gehört nur, wer dafür ausgebildet ist.
Wann sind die Büffelkopf-Papageifische zu sehen?
Am besten bei Sonnenaufgang. Die Tiere schlafen im Wrack und verlassen es zum Fressen. Sie sind laut Zublu das ganze Jahr über am Platz. Wer sie sehen will, übernachtet in Tulamben und taucht früh.
Welcher Neoprenanzug passt in Tulamben?
Bei 25 bis 28 °C genügen je nach Kälteempfindlichkeit ein Shorty, ein dünner Ganzanzug oder ein 3-mm-Ganzanzug. Wichtig sind feste Neoprenschuhe für den Kiesstrand.
Wie weit ist der Weg zum Wrack?
Das Wrack liegt rund 40 Meter vor dem Strand, der Einstieg erfolgt vom Ufer. Einheimische Träger tragen die Ausrüstung gegen Bezahlung bis zum Wasser.
Quellen und weiterführende Links
- Wikipedia – USAT Liberty – Bau 1918, Torpedierung am 11. Januar 1942, Strandung, Ausbruch des Agung 1963, Lage und Tiefen
- Zublu – Tauchen in Tulamben – Sicht, Wassertemperatur, Saison, Niveau, Träger und Rat zum Frühtauchgang
- Scubaverse – Büffelkopf-Papageifische und Zwergseepferdchen an der Liberty – Verhalten der Papageifische, Nachttauchgang, Tiefe der Zwergseepferdchen
- FishBase – Bolbometopon muricatum – Größe, Gewicht, Schlafplätze im Wrack und Einstufung auf der Roten Liste (2024)
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