Fury Shoals – tief im Süden

Fury Shoal oder Fury Shoals, engl. für wütende Untiefe(n), ist eine ägyptische Riffgruppe im Roten Meer mit etwa 20 Riffen nördlich des Kaps Raʾs Banās, arabisch: ‏رأس بناس‎, das auch wegen seiner Form unter dem Namen Raʾs el-Anf, arabisch: ‏رأس الأنف‎, „das Nasenkap“, bekannt ist. An diesen Riffen gibt es zahlreiche Tauchmöglichkeiten.

Die Riffgruppe Fury Shoal(s) liegt im Süden des ägyptischen Teils des Roten Meeres etwa auf der Breite des Dorfs Ḥamāṭa nördlich des Kaps Raʾs Banās, etwa 100 Kilometer auf der Küstenstraße von Marsa Alam entfernt.

Fury Shoals – Plattformriffe im tiefen Süden des Roten Meers

Die Riffgruppe besteht aus etwa zwanzig frei im offenen Meer stehenden Plattformriffen bzw. -riffgruppen, die sich von Westen nach Osten über eine Länge von 30 Kilometern, bzw. von Norden nach Süden über 9 Kilometer ausdehnen. Genau genommen gehören die Riffe im äußersten Nordwesten zur Wādī-Laḥmī-Gruppe, die im Südosten ab dem Farewell-Riff zur eigentlichen Fury-Shoal-Gruppe. Das Riffdach dieser Riffe liegt etwa einen halben Meter unter der Wasseroberfläche und sind so von Weitem kaum auszumachen. Die Riffe sind daher auf allen Seekarten akribisch eingezeichnet, weil sie eine Gefahr für die Schifffahrt darstellen. Die Riffe besitzen eine unterschiedliche Höhe, die von zwanzig bis hundert Meter in die Tiefe des Roten Meeres reichen kann.

Fury Shoals
Fury Shoals

Nicht alle Riffe sind zum Tauchen geeignet

Nur ein Teil der Riffe eignet sich als Tauchziel, weil einige Riffe kaum Vegetation besitzen oder oder von Fischern intensiv genutzt werden. Es gibt sowohl einfache Tauchgebiete wie das Schaʿāb Claudio, aber auch anspruchsvolle Riffe mit hohen Steilwänden wie das Schaʿāb Maksūr. Auch wenn die Riffgruppe nicht als klassisches Wracktauchgebiet gilt, gibt es hier das Wrack der Tien Hsing am Abū Galāwa Kabīra, das Wrack der Adamantia K. zwischen dem Camilla- und dem Farewell-Riff und in der Lagune vom Schaʿāb Saṭāyaḥ die Überreste einer römerzeitlichen Amphoren-Ladung, wobei vom Schiff selbst nichts mehr auszumachen ist.

Unterwasserleben an den Fury Shoals

An den Riffen befinden sich zahlreiche Hart- und Weichkorallen, darunter Gorgonien, Tischkorallen und Anemonen. Zur Tierwelt zählen u. a. Zackenbarsche, Blaupunktrochen, Kugelfische, Papageienfische, Steinfische, Anemonenfische, Glasfische in den Wracks, Langusten, Garnelen und Schnecken. Mit etwas Glück trifft man auf Schildkröten, Napolenfische, Muränen, Riffhaie und Delfine.

Die Tauchgebiete im Süden werden nicht so häufig aufgesucht wie die im Golf von Aqaba, im Golf von Suez und im Bereich von Hurghada. Deshalb ist die Unterwasserwelt hier noch deutlich intakter.
Begriffe

Bekannte Tauchplätze der Fury Shoals

Die Fury Shoals liegen im südlichen Roten Meer und sind ein Mekka für Delfine. Hier gibt es unzählige, wunderschöne Riffe mit tausenden von bunten Fischen. Die biologische Vielfalt an Hart- und Weichkorallen ist erstaunlich. Tauchgänge hier sind unterschiedlich anspruchsvoll und variieren von leicht bis herausfordernd, je nachdem wo man taucht.

Sha’ab Maksour mit seinen Drop Offs bietet beste Voraussetzungen für Drift Dives, Sha’ab Claudio an dem ein Napoleonfisch lebt, der Taucher regelmässig begrüsst, lädt zum Tauchen in den zum Teil lichtdurchfluteten Höhlen ein, Sha’ab Sharm ist ein guter Platz, um vorbeiziehende Longimanus Haie zu beobachten und die Wracks an Abu Galawa sind ein Highlight für Fotografen.

Nicht zu vergessen natürlich Sha’ab Sataya, auch bekannt als „Dolphin House Reef“ mit seinen Einsteigertauchgängen und ausgezeichneten Schnorchelmöglichkeiten. Das Riff verdankt seinen Namen den häufigen Begegnungen mit unzähligen Delfinen über und unter Wasser. Mit Glück gesellen sie sich beim Schnorcheln und Tauchen zu den Tauchern. Nicht selten ist es schon vorgekommen, dass Taucher plötzlich inmitten einer ganzen Delfinschule mit über hundert Tieren waren. Haben Sie auch so ein Glück?

Delfine am Dolphin House Reef

Kleiner Arabischkurs für Taucher

Die Namensgebung der Riffe orientiert sich meist an der spezifischen Riffform:

Schaʿāb (Plural) oder Schaʿb (Singular), auch Shaab, Sha'ab, Sha'b, arabisch: ‏شعاب‎ oder ‏شعب‎ – weitläufiges Riff, das bis an die Wasseroberfläche reicht. Ihre Form ist unbestimmt, jedoch sind sie meist eher länglich. Das Riffdach besitzt keine Korallen.
Gūṭa, auch Gota – rundes oder ovales Riff.
Ḥabīlī, ‏حبيلي‎ – Riff, das sich im wörtlichen Sinne im Zeitraum der Schwangerschaft befindet, also noch ungeboren ist. Diese Riffe haben die Wasseroberfläche noch nicht erreicht. Das Riffdach liegt zumeist in drei bis fünf Meter Wassertiefe und ist mit Korallen bewachsen.
ʿIrq, auch Erg, ‏عرق‎, Plural: ʿUrūq oder ʿArūq, auch Arouk, ‏عروق‎ – turmartiger Korallenfelsen, der nicht notwendig die Wasseroberfläche erreichen muss.

Die Namen der Riffe bzw. Tauchplätze können am Ende mit weiteren Spezifikationen oder Zahlen versehen werden:

Ganūb, auch Ganoub, arabisch: ‏جنوب‎, Ǧanūb, engl. south – Süden,
Schimāl, auch Shimal, Shemal, ‏شمال‎, engl. north – Norden,
Kabīr(a), auch Kebir(a), ‏كبير(ة)‎, engl. big – groß (das eingeklammerte a wird in der weiblichen Form benutzt),
Ṣaghīr(a) oder Ṣugheir(a), auch Sogheir(a), Soghayr(a), ‏صغير(ة)‎, engl. small – klein.

Anreise zu den Fury Shoals

Die Anreise kann nur mit einem Schiff erfolgen. Dies ist auf Tagesausflügen von 1 Ḥamāṭa aus oder auf Tauchsafaris möglich. Die Anreise aus Ḥamāṭa dauert etwa ein bis zwei Stunden.

Da die Strömung üblicherweise aus Nordosten kommt, ankern die Schiffe an der Süd- oder Südwestseite der Riffe.

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