Rocky Island und Zabargad – Tauchen im tiefen Süden des Roten Meeres

Rocky Island und Zabargad liegen in der Foul Bay südlich der Halbinsel Ras Banas, im äußersten Süden des ägyptischen Roten Meeres. Beide Inseln befinden sich nach einem Faktenblatt der IUCN innerhalb von 70 km vor der Küste, auf der Höhe von rund 23,6 Grad Nord. Zabargad, auch St. John’s Island genannt, ist die größere Insel. Rocky Island liegt knapp 6 km südöstlich davon und ist die nächste Insel. Beide werden meist auf derselben Safari angefahren.

Unter Wasser sind die beiden Inseln ein Gegensatz. Rocky Island ist ein Strömungsplatz mit steilen Wänden und vielen Haien. Zabargad bietet an der geschützten Südseite Korallenblöcke auf Sand und ein Wrack. Wer die Fahrt in den Süden plant, kombiniert die Inseln oft mit dem Daedalus Reef oder den Riffen von St. John’s. Die Fury Shoals liegen weiter nördlich und sind ein eigenes Ziel. Wer am Elphinstone Riff schon mit Strömung und Tiefe zurechtgekommen ist, hat für Rocky Island eine gute Vorbereitung. Die Platzbeschreibungen auf tauchen.xyz zu Rocky Island und zu Zabargad nennen die Quellen im Einzelnen.

Merkmal Angabe
Lage Foul Bay südlich von Ras Banas, innerhalb von 70 km vor der Küste
Anfahrt nur mit dem Safariboot ab Port Ghalib oder Marsa Alam
Rocky Island Wände mit Überhängen und Höhlen, Tiefe bis 100 m, Strömung mittel bis stark, Sicht 30 bis 40 m
Zabargad Südseite mit kleiner Wand bis 15 m, Hang bis 30 m, Russian Wreck in rund 24 m
Niveau erfahrene Taucher, bei Rocky Island Strömung und Blauwasser
Reisezeit Südrouten meist von Juni bis September, Wasser dann 26 bis 30 °C
Tiere Graue Riffhaie, Weißspitzen-Hochseehaie, Hammerhaie, Schildkröten, Glasfische
Regeln Marinepark, keine Nachttauchgänge, Genehmigung nur über zugelassene Safariboote

Rocky Island ist ein Strömungsplatz für erfahrene Taucher

Über Wasser ist Rocky Island eine kleine Felseninsel. Darunter fällt rings um die Insel ein Saumriff steil in große Tiefe ab, das niederländische Verzeichnis Duikersgids spricht von Wänden mit mehreren hundert Metern, überhängenden Korallengärten und Höhlen. Als Tiefe nennt es bis 100 m. Getaucht wird als Strömungstauchgang an der Wand entlang. Die Strömung ist mittel bis stark, die Sicht liegt meist bei 30 bis 40 m. Der Platz liegt weit von der Küste und von medizinischer Versorgung entfernt. Duikersgids empfiehlt den fortgeschrittenen Schein und mehr als 50 Tauchgänge.

Am Riff steht eine große Gruppe Grauer Riffhaie, sie ist nach Duikersgids der Hauptgrund für den Besuch. An der Westseite sind Begegnungen mit Hammerhaien und Delfinen möglich. Gemeldet werden außerdem Weißspitzen-Hochseehaie, Seidenhaie, Thunfische, Bernsteinmakrelen und Napoleon-Lippfische. Eine Garantie für bestimmte Arten gibt es nicht.

Eine Wand ohne Grund unter Ihnen verlangt Disziplin bei der Tiefe. Legen Sie die maximale Tiefe vor dem Tauchgang fest, behalten Sie Tauchcomputer und Nullzeit im Blick und planen Sie den Sicherheitsstopp im Freiwasser mit Oberflächenboje ein. Nitrox kann die Nullzeit verlängern, begrenzt aber die maximale Tiefe des Gemischs.

Verhalten bei Hochseehaien

Für den Ozeanischen Weißspitzenhai hat die ägyptische Kammer für Tauchen und Wassersport (CDWS) Verhaltensregeln veröffentlicht. Nach dem Sprung tauchen Sie zügig auf mindestens 5 m ab, bleiben ruhig und vermeiden hastige Arm- und Flossenbewegungen. Nähert sich ein Hai, stellen Sie sich langsam senkrecht ins Wasser, drehen sich mit ihm und behalten ihn im Blick. Wegzuschwimmen und ihm den Rücken zuzudrehen ist falsch. Bleiben Sie in der Gruppe, denn Hochseehaie nähern sich eher einzelnen Tauchern. Zum Abholen durch das Zodiac sollen Sie nur einzeln oder zu zweit an der Oberfläche sein. Nach den Regeln schnorcheln Sie nicht in Gebieten, in denen Hochseehaie zu erwarten sind.

Zabargad bietet Korallenblöcke, Schildkröten und das Russian Wreck

Zabargad ist rund 4,5 km² groß, der höchste Punkt liegt bei etwa 235 m. Die Insel besteht aus Peridotit, einem Gestein aus dem oberen Erdmantel. Die Griechen nannten sie Topazos, und sie gilt als erste bekannte Fundstelle des Edelsteins Peridot. Auf der Insel sind rund 150 alte Abbaugruben erhalten, die deutlichsten Spuren stammen aus ptolemäischer und römischer Zeit. Zabargad gehört zum Elba-Nationalpark.

Getaucht wird vor allem an der Südseite, die vor dem vorherrschenden Nordwind geschützt ist. Vor dem Ufer fällt eine kleine Wand bis auf 15 m, danach geht ein flacher werdender Hang bis auf rund 30 m, bevor das Riff in die Tiefe abbricht. Auf dem Sandhang stehen große Korallenblöcke mit Überhängen, kleinen Höhlen und Durchschwimmern, in denen Glasfische, Fahnenbarsche und Kraken leben. Die Sicht beträgt dort rund 20 m. In der Bucht leben Grüne Meeresschildkröten und Echte Karettschildkröten, die im August an den Stränden nisten. Hammerhaie, Weißspitzen-Hochseehaie und Graue Riffhaie werden ebenfalls gemeldet.

Östlich der Insel liegt in rund 24 m das Wrack, das Taucher Russian Wreck nennen. Nach LiveAboard.com war es ein sowjetisches Überwachungsschiff der Moma-Klasse, das in den 1970er-Jahren sank. Ob es die oft genannte Khanka ist, ist nicht geklärt. Bei Niedrigwasser durchbricht der Mast die Oberfläche, im Rumpf stehen viele Glasfische. Maschinenraum und Brücke lassen sich betauchen. Fürs Innere gilt wie bei jedem Wrack, dass Sie nur mit passender Ausbildung und Ausrüstung hineingehen und nur so weit, wie Sie den Rückweg sicher kennen. Eine Lampe ist dabei Pflicht. Geeignete Modelle vergleicht tauchlampe.xyz.

Regeln im Marinepark und Anforderungen

Rocky Island und Zabargad gehören zu den Marineparks, in denen Nachttauchgänge verboten sind. Nach Dive The World verlangt ägyptisches Recht für die vier Offshore-Marineparks (Brothers, Daedalus, Rocky Island und Zabargad) mindestens 50 geloggte Tauchgänge. In den Marineparks muss ein Guide für höchstens acht Taucher da sein, und alle Taucher führen eine Oberflächenboje mit. Ein Safariveranstalter nennt für die Route über Rocky Island, Zabargad und St. John’s dagegen den Open-Water-Schein mit 30 Tauchgängen, behält sich aber vor, Taucher mit zu wenig Erfahrung von einzelnen Tauchgängen auszuschließen. Richten Sie sich nach der strengeren Angabe. Wichtiger als die Zahl im Logbuch ist die Erfahrung mit Strömung, Abstiegen ins Blauwasser und Wänden ohne Grund.

Fischen, Füttern und das Berühren von Korallen sind in den Marineparks verboten. Druckkammern gibt es an der Küste nach der Notfallliste der CDWS unter anderem in Port Ghalib und Hamata. Das ist weit weg. Tauchen Sie konservativ und prüfen Sie vor der Reise, ob Ihre Versicherung Evakuierung und Druckkammer abdeckt.

Reisezeit und Anzug

Nach LiveAboard.com fahren die meisten Veranstalter die Südrouten nur von Juni bis September, wenn das Meer ruhiger ist. Das Wasser hat dann etwa 26 bis 30 °C. Die Werte für die Küste finden Sie im Beitrag Wetter und Klima in Marsa Alam. Für das Rote Meer gilt eine einfache Regel. Von April bis Juni und von September bis November tragen Sie mindestens 5 mm. Im Hochsommer, im Juli und August, reichen 3 mm, bei mehreren Tauchgängen am Tag sind 5 mm besser. Von Dezember bis März setzen viele Taucher auf einen Trockentauchanzug. Wer schnell friert, nimmt einen 7-mm-Anzug mit, besonders bei drei bis vier Tauchgängen am Tag auf einer Safari. An Deck und auf dem Zodiac kühlt der Wind zusätzlich aus.

Häufige Fragen zu Rocky Island und Zabargad

Kann ich Rocky Island und Zabargad von einem Hotel aus betauchen?

Nein. Beide Inseln liegen weit vor der Küste und sind nur mit einem Safariboot erreichbar. Die Genehmigung für Rocky Island gibt es nach Duikersgids nur über zugelassene Safariboote.

Ist das Russian Wreck an Zabargad für Sporttaucher zugänglich?

Das Wrack liegt in rund 24 m Tiefe. Maschinenraum und Brücke lassen sich betauchen. In das Innere gehen Sie nur mit passender Ausbildung und Ausrüstung.

Welche Erfahrung brauche ich für Rocky Island?

Nach Dive The World verlangt das ägyptische Recht mindestens 50 geloggte Tauchgänge. Duikersgids empfiehlt den fortgeschrittenen Schein und mehr als 50 Tauchgänge. Dazu kommt Erfahrung mit Strömung und Blauwasser.

Wann ist die beste Reisezeit für Rocky Island und Zabargad?

Die meisten Veranstalter fahren die Südrouten von Juni bis September, wenn das Meer ruhiger ist. Das Wasser hat dann etwa 26 bis 30 °C.

Quellen und weiterführende Links

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