Shark und Yolanda Reef – Strömungstauchen im Ras-Mohammed-Nationalpark

Am Südende des Sinai, wo der Golf von Suez und der Golf von Aqaba aufeinandertreffen, liegt im Nationalpark Ras Mohammed das Doppelriff Shark und Yolanda Reef. Beide Riffe stehen wie zwei Korallensäulen im Strom und fallen an der Außenseite auf mehrere hundert Meter ab, nach gängigen Angaben auf über 750 m. Der Platz gehört zu den bekanntesten Tauchplätzen des Roten Meeres und ist ein Strömungstauchgang für Taucher mit Erfahrung.

Getaucht wird in einem Zug. Sie driften an der Steilwand des Shark Reef entlang, queren den Sattel und erreichen das Yolanda Reef, auf dem die Ladung eines 1980 gestrandeten Frachters liegt. Toilettenschüsseln und Badewannen unter Korallenbewuchs gehören zu den ungewöhnlichsten Motiven im Roten Meer. Im Sommer stehen an der Wand große Fischschwärme, im Rest des Jahres sind es die Grauen Riffhaie und die Strömung, die den Tauchgang prägen. Die Monatswerte für Wasser, Wind und Luft stehen im Beitrag Wetter und Klima in Sharm el-Sheikh.

Kriterium Steckbrief
Lage Ras-Mohammed-Nationalpark, Südspitze des Sinai, rund 20 km von Sharm el Sheikh
Anfahrt Tagesboot oder Tauchsafari, die Fahrt zum Nationalpark dauert etwa eine Stunde
Tiefe Plateau und Sattel je nach Quelle 10 bis 20 m, an der Wand meist 18 bis 30 m, darunter fällt sie auf über 750 m ab
Aufbau Zwei Korallenstöcke, die bis nahe an die Oberfläche reichen, verbunden durch einen Sattel, dazu die Ladung der Yolanda
Strömung Kräftig und wechselhaft, sie kann im Tauchgang die Richtung ändern
Erfahrung Advanced Open Water oder vergleichbar, dazu Erfahrung mit Strömung und sicheres Tarieren
Wassertemperatur Rund 22 bis 23 °C im Februar, 25 °C im Mai, 28 bis 30 °C im Juli und August
Highlights Graue Riffhaie, Schwärme von Barrakudas, Stachelmakrelen, Schnappern und Fledermausfischen im Sommer, Napoleon-Lippfische, Riesenmuränen, Yolanda-Ladung

Der Tauchgang führt vom Shark Reef über den Sattel zum Yolanda Reef

Shark Reef und Yolanda Reef werden meist als Drifttauchgang um die Landzunge getaucht. Welche Richtung gilt, entscheidet die Strömung am Tag. Das Boot setzt die Gruppe an einem Riff ab und holt sie am anderen wieder ab. Weil die Strömung während des Tauchgangs ihre Richtung wechseln kann, legt der Guide die Route erst im Briefing fest.

Shark Reef – Steilwand und Großfisch

Das Shark Reef ist ein senkrechter Absturz ins Blauwasser. Die meisten Taucher bleiben in 18 bis 30 m an der Wand und lassen sich tragen. Graue Riffhaie patrouillieren nach Angaben von Liveaboard.com das ganze Jahr an der Wand. Im Sommer kommen Schwärme von Barrakudas, Stachelmakrelen, Schnappern und Fledermausfischen dazu, die Hochsaison dafür liegt von Juni bis August.

Der Sattel zwischen den Riffen

Zwischen den beiden Korallenstöcken verbindet ein Sattel mit dichtem Korallenbewuchs die Wände. Er liegt flacher als die Wand und ist besser geschützt, hier geht der Tauchgang ruhiger weiter. Je nach Quelle liegen Sattel und Plateau zwischen 10 und 20 m.

Yolanda Reef – die Ladung eines gestrandeten Frachters

Der zyprische Frachter Yolanda lief am 1. April 1980 am Ras Mohammed auf das Riff. Seine Ladung bestand unter anderem aus Sanitärkeramik, Badewannen, Rohren und Fahrzeugteilen. Sie liegt heute auf dem Plateau und am Hang in etwa 10 bis 30 m Tiefe und ist von Korallen und Schwämmen überzogen. Zwischen den Trümmern halten sich Krokodilsfische und Steinfische auf, die Sie am besten aus einigem Abstand fotografieren.

Der Schiffsrumpf selbst rutschte im März 1987 bei einem Sturm vom Riff und lag danach rund 20 Jahre verschollen. Er wurde 2005 in 145 bis 160 m Tiefe wiedergefunden und ist kein Ziel für Sporttaucher.

Strömung, Boje und Gasplanung

Am Shark und Yolanda Reef treffen Strömungen aus zwei Golfen aufeinander. Sie kann kräftig sein und im Tauchgang die Richtung wechseln, deshalb empfehlen die Basen einen geführten Tauchgang. Wichtig sind sichere Tarierung, ein Tiefenalarm am Computer und Erfahrung mit Strömung. Eine eigene Oberflächenboje gehört zur Ausrüstung, denn der Tauchgang endet häufig im Freiwasser abseits des Riffs, und die Crew muss Sie beim Auftauchen sehen.

Der größte Teil des Tauchgangs spielt zwischen 18 und 30 m. Mit Nitrox verlängert sich die Nullzeit, Circle Divers empfiehlt Nitrox für die Plätze im Nationalpark. Rechnen Sie die maximale Einsatztiefe Ihres Gemischs vorher nach und stellen Sie den Tiefenalarm darauf ein.

Schwärme im Sommer und Haie das ganze Jahr

Der Ruf des Platzes beruht auf den Fischschwärmen. Im Sommer stehen nach Berichten von Tauchern Barrakudas, Stachelmakrelen, Schnapper und Fledermausfische an der Wand. Im Blauwasser lohnt der Blick nach draußen, dort ziehen Graue Riffhaie vorbei. Dazu kommen Napoleon-Lippfische, Riesenmuränen und Blaupunktrochen. Die Wand ist dicht mit Weich- und Hartkorallen bewachsen. Wie Haiarten geschützt sind und was Taucher davon merken, erklärt der Beitrag Haie und Rochen im Artenschutz.

Reisezeit, Wassertemperatur und Anzug

Shark und Yolanda Reef lassen sich das ganze Jahr betauchen. Das Wasser hat vor Sharm el Sheikh im Februar mit 22 bis 23 °C den Tiefstwert, im Mai etwa 25 °C und im Juli und August 28 bis 30 °C. Am Roten Meer weht oft kräftiger Wind, und mehrere Tauchgänge am Tag kühlen aus. Deshalb gilt von April bis Juni und von September bis November mindestens 5 mm. Im Hochsommer, im Juli und August, reichen 3 mm, bei mehreren Tauchgängen am Tag sind 5 mm besser. Von Dezember bis März setzen viele Taucher auf einen Trockentauchanzug. Wer kälteempfindlich ist, nimmt einen 7-mm-Anzug mit, vor allem bei drei bis vier Tauchgängen am Tag wie auf einer Tauchsafari. Alle Monatswerte und die Windlage finden Sie im Beitrag Wetter und Klima in Sharm el-Sheikh.

Die Tagesboote legen vormittags in Sharm el Sheikh ab. Für den Eintritt in den Nationalpark zahlen alle Gäste eine Gebühr, die die Tauchbasis oder das Safarischiff abrechnet. Die Höhe ändert sich, fragen Sie bei der Buchung nach dem aktuellen Betrag. Weitere Plätze der Region finden Sie in der Übersicht zur Tauchregion Sharm el Sheikh, ganz in der Nähe liegt Jackfish Alley, und für ein Riff mit ähnlicher Strömung lohnt der Blick auf die Straße von Tiran.

Häufige Fragen zu Shark und Yolanda Reef

Ist Shark und Yolanda Reef für Tauchanfänger geeignet?

In der Regel nicht. Wegen der Strömung, die ihre Richtung ändern kann, und der Wand zum Blauwasser setzen die Basen mindestens den Advanced Open Water Diver oder gleichwertige Erfahrung mit Strömung voraus. Ein geführter Tauchgang ist ausdrücklich zu empfehlen.

Wann sieht man die großen Fischschwärme?

Die Schwärme von Barrakudas, Stachelmakrelen, Schnappern und Fledermausfischen stehen vor allem im Sommer an der Wand, die Hochsaison liegt von Juni bis August. Graue Riffhaie gibt es nach Angaben von Liveaboard.com das ganze Jahr.

Kann man das Wrack der Yolanda betauchen?

Der Schiffsrumpf liegt in 145 bis 160 m Tiefe und ist für Sporttaucher nicht erreichbar. Betaucht wird die Ladung auf dem Plateau, also Toilettenschüsseln, Badewannen und Rohre.

Fallen für den Tauchgang Gebühren im Nationalpark an?

Ja, alle Gäste zahlen eine Nationalparkgebühr, die die Tauchbasis oder das Safarischiff abrechnet. Die Höhe ändert sich, die Basis nennt den aktuellen Betrag.

Quellen und weiterführende Links

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