Panorama Reef Safaga – Nordplateau, Südplateau und Steilwände

Das Panorama Reef liegt rund eine Stunde Bootsfahrt vor Safaga an der Außenseite der Bucht und gilt als einer der bekanntesten Tauchplätze der Region. Es ist ein einzelner Korallenblock von etwa 400 m Länge, der aus tiefem Wasser aufragt. Die Wände fallen nach Angaben von Duikersgids auf mehr als 400 m ab. Der Block ist oval und liegt in Nordwest-Südost-Richtung. Auf Arabisch heißt das Riff Abu Alama, „Vater des Mastes“, nach einem früheren Betonpfeiler an der Nordseite, der heute von einer automatischen Leuchtbake ersetzt ist.

Weil das Riff so groß ist, lassen sich daran mehrere Tauchgänge machen, und jeder fühlt sich anders an. Am Nordplateau steht meist kräftige Strömung mit Großfisch, am Südplateau ist es ruhig und bunt, und die Wände bieten Drifts mit Gorgonien und Weichkorallen. Die Monatswerte für Wasser und Wind stehen im Beitrag Wetter und Klima in Safaga.

Kriterium Steckbrief
Lage Außenriff vor Safaga, etwa eine Stunde Bootsfahrt, je nach Wetter bis 90 Minuten
Anfahrt Tagesboot ab Safaga oder Tauchsafari, bei Wind bleiben die Boote mitunter in der Bucht
Tiefe Nordplateau 15 bis 25 m, daneben schmale Ränder an Ost- und Westwand, darunter fällt das Riff steil ab
Aufbau Ovaler Korallenblock mit Nord- und Südplateau, Wänden, Spalten und Überhängen
Strömung Meist aus Norden und am Nordplateau kräftig, am Südplateau in der Regel ruhig
Erfahrung Advanced Open Water mit Strömungserfahrung, Südplateau auch mit Open Water bei ruhiger See
Wassertemperatur Rund 23 °C von Januar bis April, 29 °C im Juli und August
Highlights Graue Riffhaie und Weißspitzen-Riffhaie, Adlerrochen, Napoleon-Lippfische, Schildkröten, Anemonenfeld, Gorgonien

Die Tauchgänge am Panorama Reef

Am Panorama Reef tauchen die Basen je nach Wind und Strömung unterschiedliche Abschnitte. Es kommt auf den Tag an, welche Seite sich anbietet. Die Boote liegen im Windschatten des Riffs, meist am Südende.

Nordplateau – Drift und Großfisch

Das Nordplateau liegt in 15 bis 25 m Tiefe und endet an einer Abbruchkante. Hier steht meist kräftige Strömung aus Norden, mit Auf- und Abwinden an der Kante. Der Tauchgang gehört nach Angaben von Cassiopeia Safari zu den besten am Riff, setzt aber ruhiges Wetter oder ein Zodiac voraus. Am Plateau halten sich Grauer Riffhai und Weißspitzen-Riffhai, Adlerrochen, Barrakudas, Stachelmakrelen und Doktorfische auf. Nach dem Plateau lassen sich die Gruppen an der Westwand oder Ostwand entlangtreiben, die Westwand gilt als die schönere. Rechnen Sie mit Strömung und planen Sie den Aufstieg bewusst.

Südplateau – Anemonenfeld und Riffleben

Das Südplateau ist in der Regel ruhig und gut geschützt. Hier wächst ein Anemonenfeld, das nach Angaben von PADI von der Oberfläche bis etwa 15 m abfällt, mit mehr als 40 Anemonenfischen. Auf dem Plateau leben Napoleon-Lippfische, Muränen, Krokodilfische und Skorpionfische, außerdem sind Schildkröten häufig. Von hier lassen sich die Wände als Drift tauchen. An der Südostecke stehen viele Gorgonien. Wer das Südplateau mit Open Water tauchen will, sollte vorher bei der Basis nach Wetter und Strömung fragen.

Ost- und Westwand

An den Wänden wachsen Gorgonien und Weichkorallen, dazu gibt es Spalten, Grotten und Überhänge. CDWS beschreibt das Riff als eines der größten in Safaga mit vielen Überhängen und Grotten, an denen Gorgonien und Weichkorallen von der Strömung profitieren. Wer eine Wand als Drift taucht, bleibt in der Regel in 15 bis 25 m und lässt sich langsam tragen. Die Westwand gilt als gute Wahl für den Rückweg zum Boot.

Strömung und Sicherheit

Die Strömung kommt am Panorama Reef fast immer aus Norden und kann am Nordplateau stark sein. Sie läuft an beiden Seiten am Riff entlang und erzeugt Auf- und Abwinde. Planen Sie Ihren Tauchgang so, dass Sie nicht gegen die Strömung zurück müssen, und halten Sie Abstand zur Kante. Gute Tarierung ist wichtig, denn an der Wand lässt sich ein Absacken kaum abfangen. Eine Oberflächenboje gehört in die Ausrüstung, weil Drifts im Freiwasser enden und die Crew Sie beim Auftauchen sehen muss. Eine Einführung ins Verhalten im Strom bietet der Beitrag Strömung im Tauchlexikon.

Die Tauchgänge spielen überwiegend zwischen 15 und 30 m. Mit Nitrox verlängert sich die Nullzeit. Rechnen Sie die maximale Einsatztiefe Ihres Gemischs vorher nach und stellen Sie den Tiefenalarm darauf ein.

Fauna und Korallen

Am Nordplateau und an den Kanten sind Graue Riffhaie und Weißspitzen-Riffhaie zu sehen, daneben Adlerrochen, Schildkröten und Schwärme von Barrakudas und Stachelmakrelen. Duikersgids nennt außerdem Hammerhaie, Mantas und Thunfische als mögliche Gäste, sicher sind sie nicht. Auf den Plateaus und an den Wänden leben Napoleon-Lippfische, Muränen und Krokodilfische. Die Wände sind mit Gorgonien und Weichkorallen bewachsen. Die Sicht beträgt meist 20 bis 40 m.

Reisezeit, Wassertemperatur und Anzug

Das Panorama Reef lässt sich das ganze Jahr betauchen. Das Wasser hat vor Safaga von Januar bis April rund 23 °C, im Mai 25 °C, im Juli und August 29 °C und im November 26 °C. Am Roten Meer weht oft kräftiger Wind, und mehrere Tauchgänge am Tag kühlen aus. Deshalb gilt von April bis Juni und von September bis November mindestens 5 mm. Im Hochsommer, im Juli und August, reichen 3 mm, bei mehreren Tauchgängen am Tag sind 5 mm besser. Von Dezember bis März setzen viele Taucher auf einen Trockentauchanzug. Wer kälteempfindlich ist, nimmt einen 7-mm-Anzug mit, vor allem bei drei bis vier Tauchgängen am Tag wie auf einer Tauchsafari.

Weht der Wind stärker als 4 Beaufort, bleiben die Boote mitunter in der Bucht, und die Außenriffe sind nicht zu erreichen. Planen Sie deshalb einen Reservetag ein. Alle Plätze der Region finden Sie in der Übersicht zur Tauchregion Safaga. Im Süden der Bucht liegt der Doppeltauchplatz Abu Kafan und Salem Express, der mit einer längeren Anfahrt verbunden ist.

Häufige Fragen zum Panorama Reef

Ist das Panorama Reef für Anfänger geeignet?

Das Südplateau ist meist ruhig und lässt sich bei guten Bedingungen auch mit Open Water tauchen. Für das Nordplateau und die Wände ist der Advanced Open Water mit Strömungserfahrung sinnvoll. Fragen Sie die Basis vor dem Tauchgang nach der Strömung des Tages.

Woher kommt der Name Abu Alama?

Abu Alama heißt „Vater des Mastes“. Der Name geht auf einen Betonpfeiler zurück, der die Nordseite des Riffs markierte und heute von einer automatischen Leuchtbake abgelöst ist.

Welche Tiere sieht man am Panorama Reef?

Häufig sind Graue Riffhaie und Weißspitzen-Riffhaie am Nordplateau, dazu Adlerrochen, Schildkröten, Napoleon-Lippfische und am Südplateau ein Anemonenfeld mit Anemonenfischen.

Wie lange dauert die Fahrt zum Panorama Reef?

Von Safaga dauert die Fahrt etwa eine Stunde, je nach Wetter bis zu 90 Minuten. Bei starkem Nordwind kann die Überfahrt unruhig sein oder ausfallen.

Quellen und weiterführende Links

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