Tauchen auf Gran Canaria – El Cabrón bei Arinaga und das Wrack der Arona

Gran Canaria bietet zwei sehr verschiedene Tauchreviere. An der Ostküste bei Arinaga liegt El Cabrón, ein vulkanisches Riff mit Felsbögen, Höhlen und Sandflächen, das als Schutzgebiet ausgewiesen ist. Vor Las Palmas liegt in rund 40 m das Wrack des Frachters Arona, ein Platz für Taucher mit Tieftauchausbildung.

Das Meer hat im Jahresmittel rund 21 °C, betaucht wird das ganze Jahr. Wer spanische Reviere vergleicht, findet im Beitrag zum Tauchen auf Mallorca das Mittelmeer, die Nachbarinseln Lanzarote und El Hierro zeigen den Atlantik von einer anderen Seite.

Tauchen-Steckbrief Gran Canaria
Region Ostküste bei Arinaga (El Cabrón) und Wrack der Arona vor Las Palmas
Einstieg El Cabrón vom Land am Hauptzugang, Los Roncadores und die Arona nur per Boot
Tiefen El Cabrón bis etwa 22 m, Arona zwischen 20 und 40 m
Topografie Vulkangestein mit Bögen, Höhlen und Tunneln, Sandflächen, Frachterwrack
Schutzstatus El Cabrón ist seit September 2011 Zone von besonderem Schutz (ZEC) mit 956 ha
Niveau Los Roncadores für Fortgeschrittene, Arona nur mit Tieftauchausbildung
Wassertemperatur 19 °C von Februar bis April, bis 23,5 °C im September und Oktober
Reisezeit ganzjährig, El Cabrón wird laut einer Basis fast täglich betaucht

El Cabrón ist seit 2011 Natura-2000-Gebiet

El Cabrón liegt vor der Gemeinde Agüimes. Die Europäische Union führt das Gebiet unter der Kennung ES7010053 als Zone von besonderem Schutz, ausgewiesen im September 2011 auf 956 ha. Geschützt sind laut Datenblatt des spanischen Umweltministeriums Sandbänke, Riffe und Meereshöhlen, als Arten sind Unechte Karettschildkröte und Grüne Meeresschildkröte genannt. Verboten sind unter anderem das Ablassen von Abfällen, das Ankern auf Seegraswiesen, das Sammeln geschützter Arten und das Füttern von Tieren in freier Natur. Jede Störung von Walen und Meeresschildkröten ist untersagt.

Zu den Fischen, die das Datenblatt hervorhebt, zählen Seepferdchen, Trompetenfisch, Zackenbarsch und Barrakuda. Dazu kommen die Roncadores, nach denen ein Tauchplatz benannt ist.

Los Roncadores und die Bögen von Arinaga

Die Tauchgänge bei El Cabrón sind mehrstufig und enden nach Angaben einer Basis in Arinaga meist bei etwa 22 m. Bei sparsamem Gasverbrauch sind Tauchgänge von mehr als 40 Minuten möglich. Vom Hauptzugang lassen sich nach derselben Quelle mindestens vier Routen tauchen. Die Landschaft besteht aus Felsbögen, Höhlen, Tunneln und Wänden mit Gorgonien.

Los Roncadores ist ein Bootstauchgang bis 22 m und gilt als Platz für Fortgeschrittene. Der Name stammt von den Roncadores, den Bastard-Grunzern (Pomadasys incisus), die dort in dichten Schwärmen über Rücken und Blockfeldern stehen. Auf den Sandflecken liegen Rochen, über dem Riff ziehen Barrakudas. Mit etwas Aufmerksamkeit finden Sie Muränen, Kraken, Tintenfische, Nacktschnecken und Skorpionsfische.

Die Arona liegt auf der Seite in rund 40 m

Der Frachter Arona sank 1972 nach einem Brand vor der Ostküste. Die Quellen nennen rund 100 m Länge. Das Wrack liegt etwa sechs Seemeilen vom Hafen Puerto de la Luz entfernt gegenüber dem Gewerbegebiet Jinamar und wird mit dem Boot angefahren. Die Beschreibung auf Hello Canary Islands nennt den Grund bei 40 m und die höchste Stelle bei 20 m. Eine weitere Basis beschreibt das Schiff als auf der Seite liegend, abgetaucht wird je nach Plan zwischen 25 und 35 m.

Wracktauchgänge laufen auf Gran Canaria nur mit einer Mindestzahl an Tauchern und nicht jede Woche. Wer die Arona sehen möchte, fragt deshalb früh bei einer Basis in Las Palmas an. Allgemeines zum Wracktauchen steht im tauchen.xyz-Lexikon.

Tiefe, Nitrox und Ausbildung an der Arona

Der Grund bei 40 m liegt an der Grenze des Sporttauchens. Wer dorthin möchte, braucht eine Tieftauchausbildung, bei PADI den Deep Diver, bei SSI das Deep-Diving-Specialty und bei CMAS die Stufe Drei Sterne. Das Advanced-Niveau (PADI Advanced Open Water Diver, SSI Advanced Adventurer, CMAS Zwei Sterne) gibt 30 m frei und reicht für das Oberdeck und die Seite des Wracks bis etwa dorthin. Die Grundlagen zur Deep-Diver-Ausbildung erklärt das Fachportal.

Mit Nitrox ist Vorsicht geboten. EAN32 hat bei einem Sauerstoffpartialdruck von 1,4 bar eine maximale Einsatztiefe von etwa 33,75 m, in 40 m läge der Wert bei rund 1,6 bar. Für den Grund der Arona eignet sich dieses Gemisch also nicht. Wie die Grenze berechnet wird, zeigt die Nitrox-Tabelle. Eine Signalboje gehört bei Bootstauchgängen im offenen Wasser zur Ausrüstung, der Beitrag zur DSMB erklärt den Einsatz.

Wasser und Anzug nach Monaten

Nach den Klimadaten von Climates to Travel liegt das Meer um Gran Canaria bei 19 °C von Februar bis April, bei 20 bis 22 °C von Dezember bis Juli und bei 23 bis 23,5 °C von August bis Oktober. Nach der Richtwerttabelle genügt von Dezember bis Juli ein 5-mm-Ganzanzug, von August bis Oktober ein 3-mm-Ganzanzug. Wer schnell friert oder mehrere Tauchgänge am Tag macht, wählt jeweils die nächste Stufe, im Winter also einen Halbtrockenanzug oder einen 7-mm-Anzug.

Engelhaie gibt es, Garantien nicht

Der Engelhai (Squatina squatina) gilt als vom Aussterben bedroht, die Kanarischen Inseln sind eines seiner letzten Rückzugsgebiete. Scuba Diver Life berichtet von bis zu 100 gezählten Tieren in Buchten vor Gran Canaria und davon, dass Basen Fundorte nicht veröffentlichen. Die Basis in Arinaga ordnet Sichtungen den Plätzen Tufia und Sardina del Norte zu, nicht El Cabrón. Die Tiere bleiben unberührt und werden nicht bedrängt. Zum Schutz von Haien und Rochen informiert der Beitrag zu CITES und Artenschutz.

Reisezeit und Anreise

El Cabrón liegt etwa 15 Minuten von Playa del Inglés, Maspalomas und San Agustín entfernt. Basen gibt es in Arinaga und in Las Palmas. Wer im Winter reist, findet auf reisetipps.top Hinweise zu Wetter und Reisezeit auf den Kanaren.

Häufige Fragen zum Tauchen auf Gran Canaria

Welche Ausbildung brauche ich für die Arona?

Der Grund liegt bei 40 m, dafür ist eine Tieftauchausbildung nötig, also PADI Deep Diver, SSI Deep Diving oder bei CMAS Drei Sterne. Wer nur das Oberdeck bei 20 bis 30 m taucht, kommt mit dem Advanced-Niveau aus. Die Basis legt das Profil fest.

Sieht man bei El Cabrón Engelhaie?

Die Basis in Arinaga nennt Engelhaie für Tufia und Sardina del Norte, nicht für El Cabrón. Sichtungen sind auf den Kanaren möglich, aber nicht garantiert, und Basen geben Fundorte zum Schutz der Tiere nicht preis.

Welche Regeln gelten im Schutzgebiet El Cabrón?

Als Natura-2000-Gebiet verbietet es unter anderem das Ablassen von Abfällen, das Ankern auf Seegraswiesen, das Sammeln geschützter Arten und das Füttern von Tieren. Meeresschildkröten und Wale dürfen nicht gestört werden. Getaucht wird über Basen in Arinaga.

Welcher Anzug passt im Winter?

Bei 19 °C von Februar bis April gilt nach der Richtwerttabelle ein 5-mm-Ganzanzug. Wer schnell friert, nimmt einen 7-mm-Anzug oder einen Halbtrockenanzug.

Quellen und weiterführende Links

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