Wetter und Klima in Hurghada: Das Herz des Tauchtourismus am Roten Meer
Hurghada ist der historische Ursprungsort des modernen Tauchtourismus in Ägypten. Was vor Jahrzehnten als kleine Ansammlung von Fischerhütten begann, ist heute das größte Drehkreuz für Tages- und Safariboote am Roten Meer. Die Region profitiert von einem subtropischen Wüstenklima mit extrem geringer Luftfeuchtigkeit und ganzjährig zuverlässigem Sonnenschein. Für Sporttaucher bietet die Küste vor Hurghada eine einzigartige Infrastruktur: Über hundert Tagesboote stechen täglich von Häfen wie der Hurghada Marina oder Sekalla in See, um die vorgelagerten Riffe rund um die Giftun-Inseln und Abu Ramada anzusteuern. Doch so verlässlich die Sonne scheint, so stark bestimmen maritime Faktoren wie Wassertemperatur, Sprungschichten und der allgegenwärtige Nordwind das tatsächliche Taucherlebnis. Wer seinen Urlaub optimal planen möchte, sollte das Zusammenspiel aus Windstärke, Wellengang bei der morgendlichen Überfahrt und saisonalem Kälteschutz genau kennen.
Das Revier rund um Hurghada zeichnet sich durch flachere Wassertiefen aus als der extreme Süden Ägyptens. Dennoch fallen die Wassertemperaturen im Winter deutlich ab. Wer das Tauchen in Ägypten von Hurghada aus plant, benötigt deshalb ein solides Verständnis für die verschiedenen Jahreszeiten.
Vollständige 12-Monats-Klimatabelle für Taucher in Hurghada
Die nachstehende Tabelle stellt die meteorologischen Eckdaten für Hurghada übersichtlich dar. Die Wassertemperaturen werden für die Oberfläche sowie für die für Sporttaucher relevante Tiefe von 20 Metern ausgewiesen.
| Monat | Luft Tag / Nacht (°C) | Wasser Oberfl. / 20 m (°C) | Wind & Seegang | Empfohlener Tauchanzug | Unterwasser-Highlights |
|---|---|---|---|---|---|
| Januar | 21 / 11 | 22 / 20 | Frischer Nordwind (4–6 Bft), kabbelige Überfahrt | 7 mm Halbtrocken mit Kopfhaube | Sehr hohe Sichtweiten (35 m), Rochen, Muränen |
| Februar | 22 / 12 | 21 / 20 | Mäßig bis stark (4–6 Bft), spürbarer Windchill | 7 mm Halbtrocken + Eisweste | Kältestes Wasser, Großaugenbarsche, Schildkröten |
| März | 25 / 14 | 22 / 21 | Wechselhaft, gelegentlich Chamsin-Staub | 7 mm oder 5 mm + Weste | Auflebende Riffe, Delfine an Fanadir |
| April | 28 / 17 | 23 / 22 | Moderat (3–4 Bft), angenehme Bootstage | 5 mm Overall | Beginnende Planktonblüte, Makrelenschwärme |
| Mai | 32 / 21 | 25 / 24 | Ruhig bis mäßig (3 Bft), meist glatte See | 5 mm Overall | Ideale Bedingungen für Giftun-Strömungstauchgänge |
| Juni | 35 / 24 | 26 / 25 | Konstante Brise, warme Luft an Deck | 3 mm oder 5 mm Overall | Barrakudas an Abu Ramada, hohe Korallenfarbigkeit |
| Juli | 37 / 26 | 28 / 27 | Heiß, thermische Winde am Nachmittag | 3 mm Overall | Fischschwärme an Steilwänden, warme Tauchgänge |
| August | 37 / 26 | 29 / 28 | Sehr heiß, überwiegend ruhige See | 3 mm Overall | Jahreshöchststand Wassertemperatur, Adlerrochen |
| September | 34 / 23 | 28 / 27 | Milde Winde, ruhige See, beste Reisezeit | 3 mm bis 5 mm Overall | Spitzenmonat: klares, warmes Wasser, Großfische |
| Oktober | 31 / 20 | 27 / 26 | Sehr angenehm (3–4 Bft), kaum Ausfälle | 5 mm Overall | Ausgezeichnete Sicht, Napoleons an Giftun |
| November | 26 / 16 | 25 / 24 | Auffrischender Nordwind (4–5 Bft), kühle Abende | 5 mm bis 7 mm Overall | Herbstliche Klarheit, Riffhaie an Außenriffen |
| Dezember | 22 / 12 | 23 / 21 | Frisch (4–6 Bft), kabbelig auf offener See | 7 mm Halbtrocken mit Kopfhaube | Geringere Taucherdichte, klares Wasser |
Saisonale Tauchbedingungen und Kälteschutz in Hurghada
Die Bedingungen für den Tauchsport in Hurghada unterliegen einem klaren Jahresrhythmus, der vor allem durch die Wassertemperatur und den dominanten Nordwind bestimmt wird:
Winter (Dezember bis Februar): Der Winter bringt kühle Lufttemperaturen von 21 bis 22 Grad und spürbar frische Nächte (oft nur 11 bis 12 Grad). Das Wasser kühlt bis zum Februar auf 21 Grad an der Oberfläche und rund 20 Grad in 20 Metern Tiefe ab. Wer auf den Tagesbooten unterwegs ist, merkt den Windchill sofort nach dem Auftauchen: Auf dem Außendeck bläst der Nordwind unbarmherzig. Ein 7-mm-Halbtrockenanzug mit separater oder angesetzter Kopfhaube ist für komfortable Mehrfachtauchgänge zwingend erforderlich. Ein warmer Fleece-Windbreaker oder Tauchmantel schützt in der Mittagspause vor Auskühlung. Bei tieferen Abstiegen an Drop-offs sorgt eine handliche Tauchlampe für das Rote Meer dafür, dass die Farbenpracht in Korallenspalten sichtbar bleibt.
Frühjahr (März bis Mai): Das Frühjahr leitet die Übergangszeit ein. Das Meer erwärmt sich sukzessive auf 25 Grad im Mai, während die Luft bereits sommerliche 30 Grad erreicht. Im April blüht stellenweise das Plankton, was die Sichtweiten kurzzeitig auf 15 bis 20 Meter dämpfen kann, dafür aber große Schwärme von Füsilieren und Makrelen anzieht. Ein 5-mm-Overall ist in dieser Saison die ideale Ausrüstungswahl.
Sommer (Juni bis August): Im Sommer verwandelt sich Hurghada in einen sonnenverwöhnten Tauchhotspot. Das Wasser erreicht tropische 28 bis 29 Grad. Ein 3-mm-Anzug reicht wärmetechnisch völlig aus. Das Meer ist auf den Tagesrouten meist ruhig, sodass auch weiter entfernte Tauchplätze problemlos angelaufen werden können.
Herbst (September bis November): Für viele Tauchlehrer ist der Herbst die beste Zeit des Jahres. Bei Luftwerten um 30 Grad und Wassertemperaturen von 26 bis 28 Grad stimmen alle Parameter. Die Sichtweiten klettern auf 30 Meter und mehr, und der Wind weht sanft.
Bootstauch-Logistik in Hurghada: Tagesboote, Giftun und Abu Ramada
Der typische Tauchtag in Hurghada beginnt zwischen 8:00 und 8:30 Uhr an der Marina. Große, zweistöckige Holztagesboote legen ab und nehmen Kurs auf die vorgelagerten Riffketten. Die Fahrzeit zu den beliebten Giftun-Inseln beträgt zwischen 45 und 75 Minuten. Bei vorherrschendem Nord- oder Nordwestwind fahren die Boote am Morgen gegen die Wellen an. Auf dem Vorschiff baut sich dabei eine kurze Kabbelwelle auf, weshalb anfällige Taucher rechtzeitig vor dem Ablegen Vorkehrungen gegen Seekrankheit treffen sollten.
Zu den bekanntesten Tauchplätzen gehört die Insel Small Giftun mit dem berühmten Drift-Tauchgang „Police Station“. Hier lassen sich Taucher an einer mächtigen Steilwand entlangtreiben, die dicht mit riesigen Gorgonienfächern bewachsen ist. Ein weiteres Highlight ist der Tauchplatz Abu Ramada, der aufgrund seines Fischreichtums auch als „Aquarium“ bezeichnet wird. Bei windigen Bedingungen ankern die Schiffe im Lee von Abu Ramada South oder suchen Schutz am langgestreckten Saumriff von El Fanadir, das auch bei rauem Seegang betaucht werden kann. Da auf den Booten standardmäßig zwei ausgedehnte Tauchgänge pro Tag stattfinden, lohnt es sich, die Vorteile des Tauchens mit Nitrox zu nutzen, um die Stickstoffsättigung bei Wiederholungstauchgängen gering zu halten und Ermüdung vorzubeugen.
Häufige Fragen zu Wetter und Tauchen in Hurghada
Wann ist die beste Reisezeit zum Tauchen in Hurghada?
Die besten Monate sind September bis November sowie April und Mai. In diesen Monaten herrschen angenehme Lufttemperaturen von 27 bis 32 Grad, das Wasser hat zwischen 24 und 28 Grad, und der Wind weht moderat, sodass die Tagesboote die Giftun-Inseln und Abu Ramada problemlos ansteuern können.
Wie kalt ist das Wasser in Hurghada im Winter?
Von Dezember bis Februar liegt die Wassertemperatur bei 21 bis 22 Grad an der Oberfläche und rund 20 Grad in 20 bis 30 Metern Tiefe. Aufgrund des frischen Nordwinds auf den Tagesbooten ist ein 7-mm-Neoprenanzug mit Kopfhaube und eine winddichte Jacke für die Pausen an Deck dringend zu empfehlen.
Welcher Neoprenanzug wird für Hurghada empfohlen?
Im Winter (Dezember bis März) empfiehlt sich ein 7-mm-Overall mit Haube. In der Übergangszeit (April/Mai und November) ist ein 5-mm-Anzug ideal. In den heißen Sommermonaten (Juni bis September) reicht ein 3-mm- oder 5-mm-Overall völlig aus.
Gibt es wetterbedingte Ausfälle bei den Tauchausfahrten in Hurghada?
Komplette Ausfälle sind selten, da die Giftun-Inseln und Riffe wie Abu Ramada oder El Fanadir je nach Windrichtung Schutz bieten. An stürmischen Tagen mit mehr als 6 Beaufort kann die Küstenwache jedoch Fahrten zu exponierten Außenplätzen untersagen, sodass im Lee der Inseln getaucht wird.