Tauchen auf Phuket: Racha Noi, Racha Yai, Shark Point, Klima & beste Reisezeit

Tauchen ab Phuket: Das vielseitige Drehkreuz der Andamanensee

Phuket ist weit mehr als Thailands größte Urlaubsinsel – es ist das logistische und organisatorische Zentrum für Tagestaucher in der südlichen Andamanensee. Dank einer erstklassigen touristischen Infrastruktur, internationaler Fluganbindungen und einer riesigen Auswahl an professionellen PADI- und SSI-Tauchschulen bietet Phuket sowohl blutigen Anfängern als auch weit gereisten Vieltauchern maßgeschneiderte Erlebnisse. Während die Westküste mit ihren Stränden wie Patong, Karon und Kata das Urlaubsleben dominiert, schlägt das maritime Herz der Insel im Süden: an der geschützten Bucht von Chalong.

Der Chalong Pier ist der tägliche Startpunkt für fast alle Tauchausfahrten rund um Phuket. Hier zeigt sich ein großer Qualitätsvorteil gegenüber vielen anderen asiatischen Destinationen: Die Tauchbasen setzen überwiegend auf große, zweistöckige Tagesboote aus solidem Hartholz oder Stahl. Diese Schiffe bieten enorm viel Bewegungsfreiheit, schattige Salons, große Sonnendecks mit Liegematten und vollwertig ausgestattete Bordküchen, die während der Fahrten warmes Frühstück und authentische Thai-Mittagsbuffets servieren. Das gefürchtete, rückenstrapazierende Schlagen harter Wellen, wie man es von offenen Speedbooten kennt, entfällt völlig. Taucher können ihre Ausrüstung in aller Ruhe auf den großzügigen Tauchplattformen vorbereiten und die Fahrt zu den Riffen entspannt genießen.

Die Zwillingsinseln: Racha Yai und Racha Noi

Südlich von Phuket liegen die beiden Granitinseln Racha Yai (die Große) und Racha Noi (die Kleine). Obwohl sie nur wenige Seemeilen voneinander getrennt sind, könnte ihr taucherischer Charakter kaum unterschiedlicher sein.

Racha Yai: Ganzjähriges Paradies für Einsteiger & Ausbildung

Racha Yai liegt etwa 90 Bootsminuten südlich des Chalong Piers und ist das beliebteste Revier für Open Water Diver Kurse, Auffrischungs-Tauchgänge und entspannte Urlaubstauchgänge. An der Ostküste sowie in den Buchten Siam Bay und Bungalow Bay finden Taucher ganzjährig geschützte Bedingungen mit flach abfallenden Sandböden und Tiefen zwischen 8 und 20 Metern. Die Sichtweiten liegen verlässlich bei 15 bis 25 Metern. Neben farbenprächtigen Korallengärten, Muränen, Blaupunktrochen und bunten Papageifischen warten faszinierende künstliche Riffe: In der Siam Bay wurden lebensgroße Elefantenstatuen und Tempelwächter auf dem Meeresgrund versenkt, die ein surreales Fotomotiv abgeben. Auch mehrere kleine Holzwracks bieten spannende Orientierungspunkte für Tauchanfänger.

Racha Noi: Anspruchsvolles Großfischrevier & Manta-Rendezvous

Wer nach Racha Noi weiterfährt, taucht in eine völlig andere Welt ein. Die unbewohnte Felseninsel liegt rund 45 Minuten südlich von Racha Yai und ragt einsam in die offene See. Unter Wasser setzen sich die monumentalen Granitformationen fort und bilden spektakuläre Canyons und messerscharfe Riffgrate. Der berühmteste Spot ist die Südspitze (Racha Noi South Tip): Hier fällt ein Granitkamm bis auf über 40 Meter Tiefe in den tiefblauen Ozean ab. Durch die exponierte Lage treffen kräftige ozeanische Strömungen auf das Gestein. An dieser natürlichen Kreuzung patrouillieren Barrakudaschwärme, Weißspitzen-Riffhaie und große Zackenbarsche. Zwischen Dezember und April ist Racha Noi South Tip zudem eine der besten Adressen Thailands für majestätische Riesenmantas (Manta birostris). Wegen der teils unberechenbaren Strömungen und Fallströmungen ist fundiertes Wissen über das richtige Verhalten beim Strömungstauchen für diesen Spot unverzichtbar.

Die Meeresschutzgebiete im Osten: Shark Point, Anemone Reef & King Cruiser

Östlich von Phuket, auf halber Strecke in Richtung Koh Phi Phi, liegt ein maritimes Schutzgebiet, das drei der berühmtesten Tauchplätze des Landes auf engstem Raum vereint.

Shark Point (Hin Musang)

Shark Point verdankt seinen Namen den friedfertigen Leopardenhaien (Zebrahaie), die hier früher in großer Zahl auf den sandigen Flächen zwischen den Felsen ruhten und auch heute noch regelmäßig anzutreffen sind. Der Platz besteht aus drei unterseeischen Zinnen, die mit einer unglaublichen Fülle an rosa und violetten Weichkorallen, riesigen Gorgonienfächern und Haarsternen überzogen sind. Neben Haien treffen Taucher auf große Schwärme von Fledermausfischen, Gelbschwanz-Schnappern, Barrakudas und getarnte Geisterpfeifenfische.

Anemone Reef (Hin Jom)

Nur einen Steinwurf von Shark Point entfernt liegt das Anemone Reef. Diese Felsspitze erreicht knapp 5 Meter unter der Wasseroberfläche ihr Dach und fällt steil auf 25 Meter ab. Nahezu die gesamte Oberfläche des Plateaus ist von einem Teppich aus Millionen fluoreszierenden Seeanemonen überzogen, in denen zahllose Clownfisch-Kolonien und Anemonengarnelen leben. Der Felsen wird permanent von dichten Schwärmen von Füsilieren und Schnappern umkreist, auf die jagende Stachelmakrelen herabstoßen.

King Cruiser Wreck: Das Wrack-Highlight Südthailands

Das Wrack der King Cruiser ist das populärste Schiffswrack der Region. Die 85 Meter lange Autofähre kollidierte am 4. Mai 1997 mit dem Anemone Reef und sank kurze Zeit später glücklicherweise ohne Verlust von Menschenleben auf ebenen Kiel. Das gigantische Wrack ruht heute in Tiefen zwischen 14 und 32 Metern. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das Stahlkoloss in ein gewaltiges künstliches Riff verwandelt: Überall haften Weichkorallen, Riesenmuränen bewohnen die Ladeluken und dichte Fischsuppen umhüllen die Aufbauten. Da das Wrack zunehmend instabil wird, ist das Hineintauchen untersagt, doch das Umrunden der äußeren Strukturen bietet spektakuläre Einblicke. Weitere praxisnahe Empfehlungen finden Taucher in unserem Leitfaden für sicheres Wracktauchen weltweit.

Klima, Monsun & Wassertemperaturen auf Phuket

Das Klima auf Phuket wird vom Wechsel des Nordost- und Südwest-Monsuns bestimmt. Von November bis April sorgt der trockene Nordost-Monsun für sonnige Tage, glatte See und perfekte Sichtweiten. Ab Mai setzt der Südwest-Monsun ein, der feuchte Luftmassen vom Indischen Ozean heranführt. Während die Westküstenstrände Phukets im Sommer hohe Brandung aufweisen, bleibt der Tauchbetrieb ab Chalong Pier fast ganzjährig möglich: Racha Yai und die östlichen Riffe liegen im Lee der Insel und bieten auch in den Sommermonaten sichere Ausfahrten. Ausführliche Hintergründe zur Reiseplanung bietet der Ratgeber zur besten Reisezeit für Thailand. Wer längere Reisen plant, kann Phuket ideal mit einer Tauchsafari an den Similan Islands ab Khao Lak oder einem Abstecher zum Tauchen auf Koh Phi Phi verbinden.

Monat Luft (°C) Wasser (°C) Sicht (m) Monsun & Seegang Empfohlene Spots
Januar 32 28–29 20–35 Nordost / Spiegelglatt Racha Noi, Shark Point, King Cruiser
Februar 33 28–29 25–35 Nordost / Sehr ruhig Racha Noi South Tip (Mantas), King Cruiser
März 34 29–30 20–30 Windstill / Heiß Shark Point, Anemone Reef, Racha Noi
April 34 29–30 15–25 Übergangsphase / Warm Racha Yai & Noi, Walhaichancen
Mai–Oktober 31–32 28–29 10–20 Südwest / Dünung Westküste Racha Yai Ostbuchten (geschützt)
November 31 28 15–25 Saisonbeginn / Glättend Shark Point, King Cruiser, Racha Yai
Dezember 31 28 20–30 Trocken & Ruhig Alle Plätze uneingeschränkt betauchbar

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Tauchen auf Phuket

Kann man auf Phuket das ganze Jahr über tauchen?

Ja, Phuket ist eine Ganzjahres-Destination. Während der Nebensaison (Mai bis Oktober) herrscht zwar an den Westküstenstränden Wellengang, doch die geschützten Ostbuchten der Insel Racha Yai liegen im Lee und können bei fast jedem Wetter sicher von den großen Tagesbooten ab Chalong Pier betaucht werden.

Wie lange dauern die Bootsfahrten zu den Tauchplätzen ab Chalong Pier?

Die Fahrzeiten mit den komfortablen Tagesbooten betragen etwa 90 Minuten nach Racha Yai, rund 2 Stunden nach Racha Noi und etwa 75 bis 90 Minuten zu den östlichen Spots Shark Point, Anemone Reef und King Cruiser. Die Fahrzeit wird durch Frühstück und Briefings an Bord kurzweilig gestaltet.

Eignet sich Phuket für Tauchanfänger?

Absolut. Racha Yai bietet perfekte Bedingungen für Anfänger und Tauchschüler mit strömungsfreien Buchten, feinem Sandboden und interessanten künstlichen Riffen in 8 bis 15 Metern Tiefe. Fortgeschrittene Taucher wählen stattdessen Ausfahrten nach Racha Noi oder zum King Cruiser Wrack.

Welche Haie kann man beim Tauchen um Phuket sehen?

Die häufigsten Haiarten sind harmlose Leopardenhaie (Zebrahaie), die am Shark Point und bei Racha Yai im Sand ruhen, sowie Schwarzspitzen- und Weißspitzen-Riffhaie an den tieferen Riffkanten von Racha Noi. Mit etwas Glück können zwischen Januar und April auch Walhaie angetroffen werden.

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