Das Blue Hole liegt rund zehn Kilometer nördlich von Dahab und gehört zu den bekanntesten Tauchplätzen Ägyptens. Die Lagune fällt als Schacht auf gut 100 Meter ab und ist vom Ufer aus erreichbar, ein Boot braucht es nicht. Für Sporttaucher mit Freigabe bis 30 Meter ist der Bells-Einstieg die sinnvolle Route. Dabei geht es durch einen Kamin ins Blau und über den Sattel zurück in die Lagune. Der berüchtigte Arch gehört dagegen nicht zum Sporttauchen, dazu später mehr.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Lage | Rund zehn Kilometer nördlich von Dahab, Golf von Aqaba |
| Zugang | Landtauchgang, Ausrüstung wird am Blue Hole angelegt, bis zum Einstieg der Bells sind es etwa 150 m zu Fuß |
| Tiefe | Bells 0 bis 30 m, Schacht gut 100 m, Arch je nach Messung in 52 bis 56 m |
| Sattel | Etwa 6 bis 7 m, auf dem Rückweg wird er bei 7 bis 12 m erreicht |
| Brevet | Tauchfreigabe bis 30 m (Advanced-Niveau), für den Arch technische Ausbildung |
| Wassertemperatur | 22 °C im Februar und März bis 28 °C im August und September |
Der Bells-Einstieg führt durch einen Kamin ins Blau
Die Ausrüstung legen Taucher am Blue Hole an und gehen dann rund 150 Meter zum Einstieg der Bells. Der Eingang ist ein Loch von etwa 3 mal 2 Metern, das in einen Kamin mit Öffnung zur Seeseite führt. Die Gruppe steigt einzeln ab. Der Name soll vom Verlauf des Kamins stammen, der sich wie Glocken verengt und weitet, oder vom Klang der Flaschen, die an die Wände schlagen. Bei etwa 23 Metern schließt sich der Kamin, auf 26 bis 28 Metern liegt die nächste Öffnung ins freie Blau.
Nach dem Ausstieg aus dem Kamin folgen Sie der Riffwand mit der Wand an der rechten Schulter und steigen dabei langsam auf. Bei etwa 18 Metern liegt eine Putzerstation, an der Wand wachsen große Schwarze Korallen. Nach 35 bis 45 Minuten bringen Sie den Tauchgang auf 7 bis 12 Meter hoch, dort liegt der Sattel als Eingang in die Lagune. In der Lagune ist der Weg nach rechts die kürzere Route zum Ausstieg, wer wenig Luft hat, wählt ihn. Die Einstiegsstelle für den Lagunentauchgang ist eine kleine, überflutete Holzplattform, die man im knietiefen Wasser erreicht.
Die Tauchfreigabe bis 30 Meter reicht für die Bells, tiefer als 28 Meter geht der Tauchgang nicht. Die Tiefenbegrenzung der Freizeittaucher von 40 Metern spielt am Blue Hole trotzdem eine Rolle, weil Stickstoffnarkose hier das eigentliche Risiko ist. Wer die Wirkung noch nicht kennt, findet im Lexikon die Erklärung zur Stickstoffnarkose und zum Tiefenrausch.
Der Arch liegt jenseits der Grenzen des Sporttauchens
Der Arch ist ein Tunnel von rund 26 Metern Länge, der die Lagune mit dem offenen Meer verbindet. Bei einer Vermessung ergaben sich 26 Meter, geschätzt wurden von Guides vorher nur 12 bis 13 Meter. Seine Oberkante liegt je nach Messung in 52 bis 56 Metern Tiefe, Divernet und Wikipedia nennen 55 Meter, der Beitrag Wetter und Klima in Dahab spricht von etwa 52 Metern. Wer ihn passiert, verliert leicht die Orientierung und verbraucht viel Gas und Dekompressionszeit. Am Blue Hole gibt es zudem Berichte über starke Abwärtsströmung an der Außenwand.
Der Arch liegt weit unterhalb der 40-Meter-Grenze des Sporttauchens und ist nur mit technischer Tauchausbildung erreichbar. Wikipedia erwähnt einen Polizisten am Platz, der kontrolliert, ob Taucher mit einem zertifizierten Guide unterwegs sind. Mit Luft ist der Arch weit jenseits der Sportgrenze, mit Mischgas wie Trimix wird das Risiko der Narkose gesenkt, der Tauchgang bleibt aber ein technischer Tauchgang.
Eine amtliche Statistik zu Todesfällen gibt es nicht. Divernet nennt die Zahlen 48 und rund 70, die ihm von Beteiligten genannt wurden, Wikipedia führt eine Schätzung von mehr als 130 Todesfällen in 15 Jahren bis 2012 an. Die Zahlen schließen teils Schnorchler ein und sind keine gesicherten Angaben. Als wichtigste Ursache gilt Tauchen in Tiefen jenseits der Sportgrenze mit Narkose. Der Taucher Yuri Lipski starb am 28. April 2000 in rund 115 Metern Tiefe, Gedenktafeln am Ufer erinnern an Verunglückte.
Bedingungen, Andrang und Anzug
Die Lagune zieht Tagesausflügler an, die vor allem zur Mittagszeit kommen. Wer in Ruhe tauchen will, plant seinen Tauchgang abseits dieser Zeit. Die Wassertemperatur liegt laut Klimabeitrag zu Dahab zwischen 22 °C im Februar und März und 28 °C im August und September.
Für den Anzug gilt am Roten Meer von April bis Juni und von September bis November mindestens 5 mm. Im Hochsommer, im Juli und August, reichen 3 mm, bei mehreren Tauchgängen am Tag sind 5 mm besser. Von Dezember bis März setzen viele Taucher auf einen Trockentauchanzug. Wer kälteempfindlich ist, nimmt einen 7-mm-Anzug mit, vor allem bei drei bis vier Tauchgängen am Tag, wie sie etwa auf einer Tauchsafari üblich sind.
Wer mehrere Tage in Dahab taucht, kombiniert das Blue Hole gern mit dem benachbarten Canyon und dem Hausriff Lighthouse. Beide liegen nicht tiefer als 30 Meter und sind für den Aufbau der Tauchwoche besser geeignet als der Arch. Die Atemgasplanung für den langen Rückweg über den Sattel sollten Sie vor dem Einstieg festlegen, ein Sicherheitsstopp am Ende ist Standard.
Häufige Fragen
Wie tief ist der Arch am Blue Hole?
Die Oberkante des rund 26 Meter langen Tunnels liegt je nach Messung bei 52 bis 56 Metern. Wikipedia und Divernet nennen 55 Meter. Für Sporttaucher ist diese Tiefe nicht freigegeben.
Welches Brevet brauche ich für den Bells-Einstieg?
Für die Bells genügt eine Tauchfreigabe bis 30 Meter, also Advanced-Niveau. Der Kamin schließt sich bei etwa 23 Metern, die Öffnung ins Blau liegt auf 26 bis 28 Metern.
Wie gefährlich ist das Blue Hole wirklich?
Gefährlich wird es durch die Tiefe und die Stickstoffnarkose, nicht durch die Lagune selbst. Eine amtliche Statistik gibt es nicht, genannte Schätzungen reichen von rund 48 bis zu mehr als 130 Toten über viele Jahre. Wer innerhalb der Freigabe bleibt, taucht die Bells und die Lagune im Rahmen des Üblichen.
Wann ist am Blue Hole am meisten los?
Die Lagune wird von Tagesausflüglern besucht, am meisten Betrieb ist um die Mittagszeit. Wer seinen Tauchgang außerhalb dieser Zeit legt, ist ungestörter.
Quellen und weiterführende Links
- Wikipedia zum Blue Hole (Red Sea) – Maße des Schachts, Sattel, Polizeikontrolle und Schätzung der Todesfälle
- Divernet zu den Tauchplätzen von Dahab – Vermessung des Arch (26 m Länge, Oberkante in 55 m), Todeszahlen und Berichte über Abwärtsströmung
- Circle Divers zu Bells und Blue Hole – Einstieg, Kamintiefen, Putzerstation, Sattel und Freigabe bis 30 m
- Tauchlexikon zur Stickstoffnarkose – Hintergrund zur Wirkung der Narkose in der Tiefe
- Wetter und Klima in Dahab – Wassertemperaturen und weitere Angaben zum Blue Hole
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